Was ist bei einer behinderten Katze anders

 

Möchten Sie einer behinderten Katze ein schönes, liebevolles Zuhause geben, sind sich aber unsicher, ob Sie damit überfordert wären? Fragen Sie sich, was benötigt eine behinderte Katze an Besonderheiten in ihrem neuen Heim? Ist meine Wohnung, mein Haus überhaupt für eine behinderte Katze geeignet? Was kann ich von einer behinderten Katze erwarten? Wie kommt meine Katze mit ihrer Behinderung zurecht? Solche und ähnliche Fragen möchten wir mit dieser Kurzinformation, so gut es geht, beantworten.
Eine behinderte Katze benötigt mehr Aufmerksamkeit von ihrem Menschen. Je nach Behinderungsart und Behinderungsgrad und auch je nachdem, wie alt die Samtpfote ist. Möchten Sie einer behinderten Katze ein liebevolles, verantwortungsbewusstes Zuhause geben, müssen Sie damit rechnen, dass das mehr Zeit- und Kostenaufwand bedeutet und dass sich Ihr eigenes Leben dadurch verändern kann. Sie müssen sich überlegen, ob Sie das wollen und sich das leisten können. Eventueller Kritik durch Mitmenschen sollten Sie gelassen gegenübertreten können. Es gibt leider Menschen, die kein Verständnis dafür haben, einer behinderten aber nicht minder lebensfrohen Katze ein tolles Leben zu ermöglichen.
Mit der Beachtung von ein paar unkomplizierten Regeln werden Sie sehr viel Freude an und mit Ihrer behinderten Katze haben. Sie wird es Ihnen in jedem Fall danken und sie werden bald vergessen, dass sie gehandicapt ist.

Bei einer blinden Katze

 Die Katze kann bedingt durch Krankheit (zum Beispiel durch eine starke Katzenschnupfeninfektion) oder Unfall erblinden, sie kann aber auch bereits blind geboren worden sein.  Ist die Katze nicht blind geboren, gewöhnt sie sich trotzdem sehr schnell an ihre Behinderung und unterscheidet sich in ihrem Verhalten nicht sehr von gesunden Katzen.
Eine blinde Katze wird in Wohnungshaltung vermittelt, Freigang ist für eine blinde Katze zu gefährlich. Um blinden Katzen ein beschütztes Zuhause zu geben, sollte die Wohnungsgestaltung nicht oft verändert werden, da sich die blinde Katze, wie der blinde Mensch, an den Möbeln orientiert. Man sollte also die Blindheit berücksichtigen, Herausforderungen in Form von Fummelbrettern, Abwechslung in der Gestaltung des Kratzbaums und Spielzeug, das den Geruchssinn anregt (durch z. B. Baldrian oder Katzenminze) und das Gehör schult (mit z. B. Bällen mit Glöckchen, Rascheltunnel) sind aber in jedem Fall wünschenswert. Auch in allen anderen Dingen benötigt eine blinde Katze genauso viele Kletter-, Spiel- und Schlafmöglichkeiten wie eine gesunde Katze. Perfekt ist ein Mehrkatzenhaushalt, da blinde Katzen genauso gerne mit ihren Artgenossen kommunizieren und spielen. Außerdem nimmt die blinde Katze gesunde Samtpfoten sehr gerne als Leitkatzen.
Die Futter- und Wasserstelle sollte immer am gleichen Ort aufgestellt werden, genauso wie die Katzentoilette, der Lieblingsschlafplatz und der Kratzbaum. Die Katze findet alles, wenn es nicht plötzlich und ständig woanders steht.
Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein. Eine Erblindung hält die Katze nicht davon ab, neugierig durchs Leben zu gehen.

 Bei taube Katzen

 Taubheit kann ebenfalls durch Krankheit (zum Beispiel durch eine sehr starke, unbehandelte Mittelohrentzündung) oder durch Unfall verursacht werden. Oder die Katze kommt bereits taub zur Welt, oft ist das dann genetisch bedingt.
Taube Katzen benötigen mehr Aufmerksamkeit von ihrem Menschen, da die Katze durch ihre Taubheit isolierter lebt, als eine hörende Katze. Der Mensch muss in jedem Fall eine andere Kommunikationsmethode finden. Für taube Katzen sind Rituale besonders wichtig, da sie an Ihrer Stimmlage nicht erkennen kann, ob Sie gerade guter oder schlechter Stimmung sind, ob sie gerade schimpfen oder loben. Rituale können sein: bestimmte Spiel- und Schmusezeiten oder –orte, die Belohnung mit einem Leckerchen bei bestimmten Situationen und bestimmte Gestiken und Mimiken, die Ihre Katze eindeutig einer Stimmung oder Situation zuordnen kann. Suchen Sie Blickkontakt mit Ihrer Katze und „vereinbaren“ Sie mit ihr, dass z. B. Blinzeln eine Belohnung bedeutet. (Quelle: http://www.kummerkatze.de/tipps/besonderheiten-im-umgang-mit-tauben-katzen-583/)
Es kann sein, dass eine taube Katze lauter maunzt. Das liegt daran, dass sie sich nicht selber hören kann und sie die Vibration ihrer Stimme erst bei einer gewissen Lautstärke wahrnimmt. Das sollte berücksichtigt werden, wenn die Katze in ein Mietshaus mit mehreren Parteien ziehen soll.
Eine taube Katze wird ebenfalls hauptsächlich in Wohnungshaltung vermittelt. Freigang ist auch für die tauben Samtpfoten zu gefährlich. In allen anderen Dingen unterscheidet sich die taube Katze nicht von einer gesunden, da sie genauso gerne rumtollt, Vögeln oder Insekten hinterher jagt, kuschelt und schmust. Und nur weil die Katze taub ist, heißt das auch nicht, dass sie nicht gerne einen Kameraden an ihrer Seite hat.
Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein, denn auch Taubheit ist kein Grund, um nur im Körbchen zu liegen.

 

Bei Katzen mit nur drei oder weniger Pfoten

 Egal ob es sich um ein fehlendes Vorder- oder Hinterpfötchen handelt oder ob sie an den Hinterbeinen gelähmt ist, grundsätzlich ist das für die Katze kein Grund, faul in der Ecke zu liegen.
Bei der Katzendame Mira ist von Geburt an die linke Vorderpfote verkümmert, bei dem Katzenmädel Bonita kam es durch die Nichtbehandlung eines Unfalls zu einer Sehnenverkürzung, daher ist das linke Vorderpfötchen eingeknickt. Sie benutzt es wie einen „Krückstock“. Beide Miezen tollen umher, als hätten sie vier vollständig ausgebildete Pfoten. Sie und ihre Kumpels stört die Behinderung überhaupt nicht. Sie können klettern, kämpfen, spielen und jagen. Uneingeschränkter Freigang ist im Einzelfall sogar möglich, wäre aber nichts für diese beiden und muss im Einzelfall entschieden werden. Gegen einen vernetzten Balkon oder einen gesicherten Garten ist dennoch absolut nichts einzuwenden, damit machen Sie auch diese Miezen sehr glücklich.
Zur Fellpflege der linken Kopfhälfte kommt Katzendame Mira immer zu ihrem Frauchen, um sich an deren Hand zu reiben oder mit der Bürste gekämmt zu werden. Das ist dann der Ersatz für ihre behinderte Pfote, mit der sie sich nicht hinter den Ohren putzen kann. Ihre Katze wird eine kleine Hilfestellung in der Körperpflege benötigen. Auch die Augen und die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden. Für eine professionelle Reinigung kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, da diese Sinnesorgane sehr empfindlich sind und das Wattestäbchen im Ohr mehr kaputtmachen kann als gedacht. Die Krallenpflege kann eventuell auch nicht mehr zu 100 % selbst durchgeführt werden. Vor allem, wenn an der behinderten Pfote noch Krallen vorhanden sind, sollten diese regelmäßig gekürzt werden, damit die Katze damit nirgendwo hängenbleibt. Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein. Auch eine  Behinderung dieser Art hält die Katze nicht davon ab, auf Erkundungsgang zu gehen.
Kommt eine dreibeinige Katze in die goldenen Seniorenjahre, kann es bedingt durch die schiefe Körperhaltung zu Problemen in den Gelenken oder in der Wirbelsäule kommen. Dem kann jedoch bereits in jungen Jahren vorgebeugt werden, in dem man auf gesunde Ernährung und entsprechendes Training achtet.
Übergewicht ist für eine Katze, die nur auf drei oder weniger Beinen durchs Leben geht, noch schlechter als für eine gesunde Katze. Je schwerer die Katze, desto mehr werden die Gelenke und die Wirbelsäule belastet. Außerdem sollte die Katze ausreichend mit Mineralien versorgt werden, die die Vitalität der Gelenke und einen guten Knochenbau und Muskelaufbau unterstützen.
Bedingt durch die schiefe Körperhaltung kann es zu Muskelverhärtungen im Wirbelsäulenbereich kommen. Die Muskeln versuchen die Instabilität der Wirbelsäule auszugleichen und können mit der Zeit verhärten. Dem kann mit leichtem aber stetigem Training entgegengewirkt werden. Eine Massage kann helfen und eine Magnettherapie.  Um hier nichts dem Zufall zu überlassen, sollten Sie sich hierbei Hilfe von einem ausgebildeten Tierphysiotherapeuten holen. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland viele Physiotherapeuten, die sich den Fellnasen und ihren Problemen angenommen haben (Katzenphysiotherapeuten finden Sie so gut wie in jeder Stadt in Deutschland). Lassen Sie sich die Massagegriffe und Trainingsmethoden zeigen, so können Sie diese ohne großen Kostenaufwand selbst zu Hause mit Ihrem Vierbeiner durchführen.
Wenn Sie jetzt noch daran denken, Ihrer Katze Auf- und Abstiegsmöglichkeiten im Kletterparadies anzubringen und die Futterstelle eventuell etwas höher zu stellen, damit sie sich nicht ganz nach unten zu beugen braucht und den Schlafplatz ebenerdig zu platzieren, ist ihre dreibeinige Seniorin (oder der Senior) rundum zufrieden.
Wenn dem Liebling zwei Hinterpfoten fehlen, auch hier gibt es Rat. Davon abgesehen, dass er trotz dieser schweren Behinderung durchaus fröhlich durchs Leben robben kann, gibt es bereits mehrere orthopädische Möglichkeiten, Ihre Katze zu unterstützen. Es werden „Tierrollis“ angeboten und es gibt auch sogenannte „Pfotenschuhe“, eine Art Prothese für die fehlenden Beinchen. Näheres dazu finden Sie auch für Ihre Samtpfote hier:  http://hunderolli-tierorthopaedie.de/
In manchen Fällen kann die Katze mit gelähmten Hinterbeinen ihre Blase nicht mehr selbst entleeren, aber diese Aufgabe können Sie übernehmen, das ist erlernbar. Es kann auch zu Inkontinenz kommen, hierfür gibt es eine einfache Lösung: die Windel.

 

 Was ist eine Ataxie?

Bei Ataxie (von griechisch: ataxia, „Unordnung“ oder „ohne Ordnung“) handelt es sich um einen Oberbegriff für verschiedene Koordinationsstörungen der Bewegungsabläufe. In der Medizin bezeichnet Ataxie ein fehlerhaftes Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen bei der Ausführung von Bewegungen.

Es gibt zahlreiche Ursachen für solche Störungen, von Feliner Ataxie spricht man in der Regel jedoch nur bei neurologischen Problemen. Ausgelöst werden diese meist durch Erkrankungen oder Verletzungen, die die an der Bewegungssteuerung beteiligten Organsysteme des Nervensystems schädigen.

Als Folge können die Bewegungen vom Gehirn nicht oder nicht mehr gesteuert werden, das heißt zielgerichtete Bewegungen fallen schwer oder sind nicht möglich. Dies kann sich unter anderem auf das Gleichgewicht auswirken, so dass die Betroffenen bei der Fortbewegung schwanken oder sogar umfallen können. Ebenso typisch sind ein allgemein ungeordneter Bewegungsablauf, überschießende Extremitätenbewegungen und unsicheres Stehen.

Eine Ataxie kann ihre Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem haben, auf genetischen Defekten beruhen, infektiöse Ursachen haben oder im Laufe des Lebens auch aus den verschiedensten andern Gründen ausgelöst werden. Häufigster Grund von Ataxien sind Schädigungen von Nervenzellen im Zentralnervensystem (ZNS), vor allem im Rückenmark (Medulla spinalis) oder Kleinhirn (Cerebellum). Dieses ist für die Verschaltung der sensiblen Informationen aus dem Rückenmark, der Informationen des Gleichgewichtsorgans und der übrigen Sinneseindrücke und deren Umsetzung in motorische Bewegungsabläufe zuständig, also die Planung, Koordination und Feinabstimmung von Bewegungen.

 Typische Bewegungsmuster bei Ataxie

Als typische Bewegungen bei Ataxie fallen Augenzittern (Nystagmus), Kopfzittern (Tremor), Schiefhaltungen des Kopfes sowie ein abnormer, breiter oder steifer, tapsiger oder torkeliger (ataktischer) Gang und Lähmungen der Vor- oder Nachhand auf. Die Bewegungen der Vorderbeine können weit nach vorne greifende, übermäßig gesteckte Bewegungen zeigen, während die Hinterbeine im Bogen nach vorne geführt werden. Einige Katzen verlieren ihr Gleichgewicht und fallen zu einer Seite, nach vorne oder nach hinten um. Es können Wahrnehmungsprobleme, Bewusstseinsstörungen oder eine falsche Abmessung von Zielbewegungen (Dysmetrie) auftreten.

Katzen mit Ataxie haben zudem häufig Probleme beim Fokussieren von Gegenständen, z. B. kann der Abstand zum Futter, Spielobjekt o. ä. nicht richtig eingeschätzt werden. Ataxie-Katzen sind oft geräuschempfindlich und erschrecken schnell. Ihre Routine ist ihnen oft wichtig, manche reagieren sogar panisch bei Veränderungen.

Die Formen/Typen von Ataxie

Die Ursache einer Ataxie sind Störungen im motorischen System des Gehirns, im peripheren Nervensystem oder im Rückenmark. Die Formen bzw. Typen von Ataxie werden je nach Lokalisation der zugrunde liegenden Erkrankung unterschieden. Im Folgenden sind die häufigsten Typen von Ataxie bei Katzen beschrieben. Weitergehende Informationen zu den dort genannten Bestandteilen des Zentralen Nervensystems finden Sie hier.

Cerebelläre Ataxie (Kleinhirnataxie)

Schäden oder Erkrankungen des Kleinhirns (Cerebellum) sind die häufigste Ursache von Ataxien.

Das Kleinhirn ist eine Region des Gehirns, welche an der Kontrolle von Balance und Koordination beteiligt ist. Hier werden die Informationen aus dem Rückenmark, der Gleichgewichtsorgane und der übrigen Sinneswahrnehmungen zusammengeführt und in motorische Bewegungsabläufe umgesetzt. Das heißt, über das Kleinhirn erfolgt die Planung, Koordination und Feinabstimmung von Bewegungen.

Kommt es im Kleinhirn aufgrund einer Störung zu Einschränkungen, zeigen sich die typischen Bewegungsformen der Kleinhirnataxie: Betroffene Katzen stehen und gehen oft mit weit gespreizten Beinen und laufen in einer Art „staksiger Gang“, die Bewegungen sind ruckartig, wackelig und unkoordiniert, Augenzittern (Nystagmus) und Kopfzittern (Tremor) sind zu beobachten. Der Ablauf von Schrittfolgen ist ungleichmäßig, die Katze stolpert häufig und stürzt mehr oder weniger oft. Zudem kommt es zu sogenannten Dysmetrien: Dies bezeichnet die Unfähigkeit, die Entfernung, Schnelligkeit und Kraft einer Zielbewegung richtig einzuschätzen. Katzen mit Kleinhirnschaden fällt es daher zum Beispiel schwer, ihre Sprünge genau zu kalkulieren.

Auslöser für Kleinhirnataxie sind meist Tumore,  Vergiftungen oder eine Hirn-Athrophie („Gewebsschwund“). Ebenso können Schäden am Kleinhirn aufgrund von Unfällen oder Misshandlungen auftreten. Besonders häufig liegt jedoch eine Cerebelläre Hypoplasie vor: Dies bezeichnet eine Unterentwicklung des Kleinhirns von Geburt an. Auslöser sind z. B. Infektionen noch im Mutterleib der Katze. Insbesondere diese Form der Erkrankung ist nicht progressiv, d. h. sie verschlechtert sich nicht. Die betroffenen Katzen können mit der Zeit sogar ihre Einschränkungen durch Übung und Training teilweise kompensieren.

Sensorische/Sensible Ataxie

Die Sensorische (oder auch Sensible) Ataxie hat ihre Ursache in einem Schaden des Rückenmarks oder der peripheren Nerven, welche an der Erkennung der Extremitäten beteiligt sind. In manchen Fällen liegt der Grund einer Sensorischen Ataxie auch in einer Fehlfunktion im Zusammenspiel verschiedener Teile des Gehirns, die Lageinformation der Extremitäten verarbeiten. Das Gehirn erhält nicht die richtige Information über die Lage der Beine und anderer Körperteile im Raum, da die über das Rückenmark ankommenden sensiblen Informationen aus den peripheren sensiblen Nerven, Gelenken und Muskeln fehlen. Diese sind aber für die Feinabstimmung der gezielten motorischen Bewegung erforderlich.

Betroffene Katzen stehen und gehen mit weit gespreizten Beinen. Durch die Gesamtheit verschiedener Probleme hinsichtlich der Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln sind die betroffenen Katzen häufig sehr schwach – ein Muskelaufbau kann nur sehr schwer erfolgen. Die Ataxie führt zu Bewegungen falschen Ausmaßes, zu überschießend-ausfahrenden Bewegungen (Hypermetrie) oder zu unflüssig-verwackelten Bewegungen (Asynergie).
Häufige Auslöser einer sensorischen Ataxie, sind Trauma-Ereignisse wie Quetschungen des Rückenmarks oder anderweitig ausgelöste Deformation der Wirbelsäule, z. B. deformierend degenerative Gelenkerkrankungen. Die „oberflächennahen“ Nervenbahnen des Rückenmarks, die Hinterstrangbahnen, erleiden hierbei zwangsläufig den stärksten Schaden. Oft kommt es dann zu einer Spinalen Ataxie.

Die Spinale (oder auch Afferente) Ataxie ist eine häufige Unterform der Sensorischen Ataxie. Sie tritt aufgrund von Erkrankungen oder Schädigungen der Hinterstrangbahnen des Rückenmarks auf, welche die Muskulatur der Gliedmaßen mit dem Kleinhirn verbinden.

Vestibuläre Ataxie

Zu einer Vestibulären („den Gleichgewichtssinn betreffenden“) Ataxie kommt es nach einer Schädigung des Gleichgewichtsorgans. Das vestibuläre System ist Grundlage für die Kontrolle der Balance und leitet außerdem Informationen an das Kleinhirn.

Bei einer Vestibulären Ataxie ist eine typische Schiefhaltung des Kopfes und häufig auch ein Augenzittern zu beobachten. Betroffene Katzen laufen häufig im Kreis und kippen zu einer Seite um. Übelkeit und Erbrechen können auftreten.

Ursache von Vestibulären Ataxien sind z.B. bei Erkrankungen des Innenohrs (z. B. bei Entzündungen) oder der Nerven, welche das Innenohr mit dem Gehirn verbinden.

Sonstige Ataxie-Typen

Weniger häufig bzw. bei Katzen kaum erforscht sind Ataxien aufgrund von Großhirndefekten (Zerebrale Ataxie) oder zahlreicher, aber gleichzeitig sehr seltener, genetisch bedingter Erkrankungen (Hereditäre Ataxie).

 Die Auslöser von Ataxie

Es gibt zahlreiche Auslöser für Ataxie, in der Hauptsache Schäden am Zentralen Nervensystem (ZNS), welche aus unterschiedlichen Ursachen heraus entstehen. Man kann diese in folgende Bereiche unterteilen:

Entwicklungsstörungen

Virus-Erkrankungen:

Kommt die Mutter während der Trächtigkeit mit dem Feline Parvovirus (FPV, Katzenseuche)* in Kontakt (durch Infektion, aber z. B. auch bei einer Impfung gegen FPV mit Lebendimpfstoff), können ihre Babys im Mutterleib mit FPV infiziert werden. Sterben sie nicht an dieser Erkrankung, können sie durch Schädigungen vor allem am Kleinhirn unter anderem auch Ataxie ausbilden. Dies wird meist erst bemerkt, wenn die Kleinen nach ca. 2-3 Wochen zu laufen beginnen. Ähnliche Auswirkungen hat z. B. der sogenannte Katzenschnupfen, also Infektionen z. B. mit dem Felinen Herpesvirus oder Felinen Calicivirus.

Vergiftungen:

Auch der Kontakt des Mutter- oder Jungtiers mit Toxinen kann zu Schäden am ZNS und damit zu einer Ataxie führen. Beispiel hierfür sind Griseofulvin-Behandlungen gegen Pilzinfektionen.

*Feline Parvovirus (FPV) ist der Erreger der sogenannten Katzenseuche, einer Krankheit, die vor allem bei Jungkatzen zwischen zwei und sechs Monaten am stärksten auswirkt und eine hohe Sterberate zur Folge hat.

Stoffwechselprobleme & Mangelerscheinungen

Stoffwechselprobleme:

Probleme mit dem Stoffwechsel können die Funktion des zentralen Nervensystems negativ beeinflussen oder stören und eine Ataxie begünstigen. Beispiele dieser eher seltenen Auslöser sind Diabetes mellitus, Hypoglykämie, ein niedriger Calcium- Blutspiegel oder ein niedriger Blutzuckerspiegel. Junge Katzen sind z. B. sehr anfällig für einen niedrigen Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie),

Mangelerscheinungen:

Mangelernährung kann zu Unterversorgung führen, die eine Ataxie auslöst. Ein typisches Beispiel ist der Thiamin-Mangel – weitergehende Informationen zu diesem speziellen Thema finden Sie hier.

Erbkrankheiten

Genetisch bedingte Erkrankungen: Selten treten Erbkrankheiten auf, die zu Ataxie führen. Die Lysosomale Speicherkrankheiten (LSK), eine genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung, zählt u. a. dazu. Der Defekt hat eine verringerte Aktivität eines auch den Stoffwechsel des Nervensystems betreffenden Enzyms zur Folge.

Spätere Schädigungen

Gewalteinwirkungen durch Unfälle oder Misshandlungen:

Alle Katzen können durch einen Unfall oder durch Misshandlungen eine Ataxie ausbilden. Eine starke Gewalteinwirkung auf den Kopf reicht zum Beispiel bereits aus.

Degenerative ZNS-Erkrankungen:

Die Ataxie kann auch ein Symptom von seltenen und fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems sein. Hierzu zählen unter anderem Wirbelsäulen-Deformationen oder entzündlich-degenerativen Prozesse des ZNS. Hierbei kommt es zu einem allmählich fortschreitenden Funktionsverlust von bestimmten Teilen des Nervensystems.

Weitere Ursachen:

Bei zahlreichen weiteren neurologische Krankheiten, wie z. B. Kleinhirninfarkten oder Kleinhirntumoren, kann Ataxie als Krankheitssymptom auftreten.

Sonstige Ursachen

Nichtneurologische Ataxie: Eine Reihe weiterer gestörter Bewegungskoordination, die nicht auf neurologischen Störungen basieren, werden im medizinischen Sinne ebenfalls als Ataxie bezeichnet. Diese können z. B. durch Mangelzustände, orthopädische oder muskuläre Problemen ausgelöst werden. Von Feliner Ataxie spricht man in der Regel jedoch nur bei neurologischen Problemen, daher gehen wir auf diese Formen von Ataxie hier nicht weiter ein.

Die Diagnose von Ataxie

Von den Bewegungen einer Ataxie-Katze kann man, auf den Ort der ZNS-Schädigung schließen. Da jede Schädigung ihre spezifischen Bewegungsmuster zur Folge hat (siehe „Formen/Typen von Ataxie“), kann sie von einem erfahrenen Tierarzt oder interessierten Laien relativ gut lokalisiert werden. Differentialdiagnostisch sind die Formen der Ataxie jedoch so nicht immer klar voneinander abzugrenzen, hierzu sind weitergehende Untersuchungen erforderlich.

Für die genaue Feststellung von Grad und Ursache der Schädigung stehen EEG (Gehirnstrommessung), EMG (Muskelstrommessung), Röntgen, CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonanztomographie) und selbstverständlich die Untersuchung auf Krankheitserreger z. B. FPV bzw. deren Antikörper zur Verfügung.

Meist kann bereits die Klärung von Herkunft und bisheriger Lebensgeschichte einer Ataxie-Katze einen ausreichenden Anhaltspunkt geben, wo die Störung ihre Ursache hat. Hier ist z. B. zu klären, ob die Mutterkatze während der Trächtigkeit Giftstoffen ausgesetzt war, geimpft, erkrankt und/oder anderweitig tierärztlich behandelt wurde. Vielleicht kam es auch zu einer Mangelernährung oder Vergiftung des Jungtieres? Weiterhin sind traumatische Ereignisse, wie Unfälle, Stürze oder auch Misshandlungen, häufig Auslöser von Schäden am ZNS.

Weitergehende Untersuchungen können über Blut- und Urintests erfolgen, die ebenso wie spezielle Augen-Untersuchungen bei der Diagnose von z. B. Infektionskrankheiten hilfreich sind. Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen können ebenfalls bestimmte Ataxie-auslösende Krankheitsbilder identifizieren. Spezielle Untersuchungen wie eine CSF-Analyse (Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) oder ein MRT stehen ebenfalls zur Verfügung.

In jedem Fall sollte abgewogen werden, inwieweit einen genaue Ursachenfeststellung sinnvoll ist und ob diese z. B. für eine Therapie notwendig sind.

Die Prognose einer Ataxie-Diagnose variiert je nach auslösender Erkrankung enorm. Obwohl es viele  schwere und unheilbare Ursachen für eine Ataxie gibt, treten häufig Krankheitsformen auf, die trotzdem eine gute Lebensqualität der betroffenen Katze erlauben. Ein häufiges Beispiel hierfür ist die Cerebelläre Ataxie. Somit ist es wichtig, eine ausreichend differenzierte Diagnose zu stellen, die es ermöglicht, den Katzenhalter über den Verlauf, Prognose und Therapiemöglichkeiten der auslösenden Erkrankung zu beraten.

Ataxiekatzen leiden bei artgerechter Haltung nicht, sie nehmen ihre Behinderung offenbar nicht als solche wahr.

Nicht die Ataxie bringt die Katze um ihr Leben, sondern die noch weit verbreitete Unkenntnis der Menschen über diese Behinderung. Oft genug werden die scheinbar „schwerbehinderten“ Katzen von ihrem vermeintlichen Leiden bereits im Kittenalter „erlöst“. Doch gerade die häufigste Form von Ataxie bei Katzen, die Cerebelläre Ataxie, verläuft als Erkrankung nicht progressiv, d. h. sie verschlechtert sich nicht. Katzen mit Ataxie nehmen ihre Behinderung nicht als solche wahr und leiden bei artgerechter Haltung nicht darunter. Ganz im Gegenteil: Eine Ataxie-Katze kann ein langes und vor allem schönes Leben mit nur wenigen Einschränkungen haben.

Normale Lebenserwartung

Kommen keine weiteren ernst zu nehmenden Erkrankungen hinzu, kann eine Ataxiekatze lange und vor allem gut leben. Wie viele Ataxiekatzenhalter belegen, findet in dem meisten Fällen über Jahre eine Verbesserung der Symptome statt. Die betroffenen Katzen können mit der Zeit sogar ihre Einschränkungen durch Übung und Training teilweise kompensieren. Oft gibt es eine erste schnelle Verbesserung mit dem Wechsel vom Tierheim in ein liebevolles Zuhause, wo die Ataxie-Katze wesentlich individueller betreut werden kann. Häufig ist es z. B. möglich, noch funktionierende Gehirnareale zu fördern, so dass ggf. fehlende Fähigkeiten durch andere Gehirnzellen (Gehirnteile) mit übernommen werden können.

Achtung: Verschlimmert sich der Zustand, liegt das meistens an anderen Erkrankungen, wie Wirbelsäulen-Deformationen oder entzündlich-degenerativen Prozessen des ZNS. Die Ataxie kann auch ein Symptom der seltenen aber fortschreitenden Erkrankung des zentralen Nervensystems sein, dies sollte im Zweifelsfall differenzialdiagnostisch abgeklärt werden. Auch Begleiterscheinungen, wie eine Epilepsie, können zu einer Verschlechterung des Zustandes führen, da bei Krampfanfällen eine Sauerstoffunterversorgung auftritt, welche wiederum zum Untergang von Nervenzellen führen kann.

Besondere Risiken?

Bei medizinischen Fragen im Umgang mit Ataxiekatzen fehlt oft auch Tierärzten die Erfahrung z. B. bei Impf- und Narkoserisiken, in diesem Bereich bestehen noch große Forschungsdefizite.

Die Haltung von Katzen mit Ataxie

Katzen mit Ataxie sind in der Regel nicht krank oder besonders betreuungsbedürftig. Trotzdem müssen bei ihrer Haltung eine Reihe von Besonderheiten beachtet werden.

Wie stark man die Haltungsbedingungen an die Ataxisten anpassen muss, hängt  von der Ausprägung der Symptome ab. Es gibt unter den Wackelkatzen auch solche, die nicht allein aufs Klo gehen können, von Hand gefüttert werden und Windeln tragen müssen.

 

Eingeschränkter Freilauf

Ataxiekatzen sollten keinen ungesicherten Freilauf bekommen. Zum einen wegen der erhöhten Unfallgefahr und des teilweise erhöhten Krankheitsrisikos, z.B. bei Katzen, die eine Immunschwäche aufgrund einer ataxieauslösenden Viruserkrankung haben, zum anderen sind sie gegenüber gesunden Katzen körperlich deutlich benachteiligt (Revierkämpfe). Durch die unglaubliche Zutraulichkeit vieler Ataxisten sind sie leichte Beute für Hunde und Wildtiere – ganz zu schweigen von den üblichen Gefahren eines Freiganges, die nun doppelt so gefährlich werden.

 

Impfprobleme

Inwieweit und wie oft Katzen geimpft werden müssen oder sollen, ist allgemein umstritten und sollte von jedem Katzenhalter individuell entschieden werden. Bei Katzen mit Ataxie kommen jedoch einige besondere Risiken hinzu, die berücksichtigt werden sollten.

Man unterscheidet im wesentlichen Lebend- und Totimpfstoffe.

Ataxiekatzen haben oft eine verminderten Leukozytenzahl und daher einer gewisse Immunschwäche. Lebendimpfstoffe sind daher in der Regel ungeeignet, da diese einen Krankheitsschub verursachen können, statt den gewünschten Schutz aufzubauen. Ein Beispiel hierfür ist die Impfung gegen Katzenseuche, bei der meist ein Lebendimpfstoff verwendet wird.

Die in dieser Hinsicht unproblematischen Totimpfstoffe enthalten jedoch häufig chemische Zusatzstoffe, sogenannte "Adjuvantien". Diese können insbesondere bei Katzen mit bestehenden Schäden am Zentralen Nervensystem zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Adjuvansfreie Produkte bieten sich hier als Alternative an.

Einige Impfstoffe, z. B. gegen Tollwuterkrankungen, sind nicht ohne Adjuvantien erhältlich - hier ist die Notwendigkeit einer Impfung besonders genau abzuwägen.

(Weitergehende Informationen zum Thema "Impfen von Ataxie-Katzen" finden Sie hier ► )

Narkoserisiko

Die Auswirkungen einer Narkose auf das angegriffene Zentrale Nervensystem sind schwer abzuschätzen. Dies sollte berücksichtig werden, wenn eine Operation ansteht. Es gibt seltene Fälle, bei denen die Ataxie nach dem Eingriff zunimmt bzw. sogar epileptische Anfälle folgen. Diese Narkosefolgen sind häufig reversibel (umkehrbar), können jedoch leider auch dauerhaft bestehen bleiben.

Für Katzen mit Ataxie empfiehlt sich die Inhalationsnarkose
Eine Inhalationsnarkose kann nicht nur individueller als eine Injektionsnarkose dosiert werden, sondern im Notfall auch schneller abgebrochen werden. In so einem Fall wird der Gashahn zugedreht und der Katze Sauerstoff gegeben.

Wie läuft eine Inhalationsnarkose ab?
Zuerst wird der Katze eine Venenverweilkanüle aus Kunststoff gelegt, über die ihr dann ein leichtes Narkosemittel gespritzt wird, die Narkoseeinleitung. Sobald die Katze tief schläft, bekommt sie den Tubus (Beatmungsschlauch) in die Luftröhre geschoben und ein Gemisch aus Narkosegas und Sauerstoff verabreicht. Die Inhalationsnarkose ist sehr gut steuerbar, da Narkosegas sehr schnell abgeatmet wird. Durch die exakte und gezielte Dosierung ist die Narkoselänge und -tiefe gut zu bestimmen. Als Narkosemittel bietet sich eine Isofluran- oder Desfluran-Inhalationsnarkose an, wobei Isofluran meistens das Mittel der Wahl ist. Durch die deutlich kürzere Aufwachzeit wird zudem der Kreislauf weniger belastet.

Grundsätzlich sollte man jedoch die richtige Narkoseart immer mit dem Tierarzt besprechen, da bei jeder Katze individuell entschieden werden muss. Beispielsweise ist bei kurzen Eingriffen wie einer Katerkastration meist die Injektionsnarkose empfehlenswerter. Wird der Eingriff mit einer weiteren Behandlung kombiniert, also insgesamt ein längerer Eingriff, kann wieder die Inhalationsnarkose die besser Wahl sein.

Kastration trotz Narkoserisiko
Auf unserer Partnerseite „Feline Senses – Eintauchen in die Seele der Samtpfoten“ wird deutlich erklärt, warum eine Kastration ► von Nöten ist. Auch bei Ataxie-Katzen ist eine Kastration von Bedeutung und wir raten in der Regel dazu. Die Erfahrungen zeigen auch, dass unkastrierte Ataxisten häufig eine Tendenz zur Unsauberkeit zeigen. Trotz des Risikos, das ein solcher Eingriff mit sich bringt, überwiegen am Ende die Vorteile für ein entspanntes Zusammenleben, auch im Interesse des Tierschutzes.

 

 

Wohnungseinrichtung

Hier ist die individuelle Ausprägung der Symptome maßgeblich. Die geeignete Einrichtung muss für jede Katze individuell bedacht werden. Einige Beispiele:

Katzentoilette: Durch eine Haube, hohe Seitenränder oder Zimmerwände kann der Klogang und vor allem das Scharren erleichtert werden, da sich die Katzen abstützen können. Kommt die Katze durch ihre Ataxie nicht über den Einstig, braucht sie eine individuelle Lösung, z. B. ein großes Kunstoff-Hundekörbchen – es hat hohe Seitenränder, ist geräumig und hat einen niedrigeren Einstieg als eine Katzentoilette. Beim Toilettengang können kleinere Missgeschicke passieren, so dass man den Po oder die Ballen feucht abwischen muss.

Futternapf: Einigen Ataxisten fällt es schwer, den Kopf bis zum Napf am Boden zu neigen, ohne dabei umzufallen. Ein erhöhter Napf und Wasserschale kann Abhilfe verschaffen.

Absichern: Ataxiekatzen können  meist irgendwo hoch klettern, drohen aber durch den Gleichgewichtsverlust und ihre Unerschrockenheit beim Abstieg herunterzufallen und können sich dabei verletzen. Daher darf z. B. ein Kratzbaum nicht allzu hoch sein oder eine Spezialanfertigung muss her. Treppen müssen abgesichert werden. Der Boden vor Betten, Sofas, und anderen Gegenständen, auf denen sich die Katzen gern aufhalten, kann mit Teppichen ausgelegt werden, damit sie sich beim Heruntersteigen/-fallen nicht verletzen.

Zusammenleben mit anderen Katzen

Die Gesellschaft von gesunden Katzen bringt eine positiven Lern- und Trainingseffekte mit sich, Ataxiekatzen profitieren davon. Beim Zusammenleben von Ataxisten mit gesunden Katzen gibt es nichts Besonderes zu beachten. Hier kommt es, wie sonst auch, auf den Charakter der beteiligten Tiere an.